Die Molekulargastronomie befasst sich mit den biochemischen und physikalisch-chemischen Prozessen bei der Zubereitung und beim Genuss von Speisen und Getränken. Die Molekularküche verwendet neben den üblichen Küchentechniken experimentell auch solche aus der Chemie und der Lebensmittelindustrie, um Gerichte mit völlig neuartigen Eigenschaften zu erzeugen, wie zum Beispiel Schäume und Gelees aus Gemüse, heisses «Eis», das beim Abkühlen im Mund schmilzt, Bonbons aus Olivenöl oder «Kaviar» aus Melonen. Durch die überraschenden Kombinationen von Aromen, süss und salzig, Temperaturen und Texturen sind diese Gerichte zugleich «Schule der Wahrnehmung» und nähern sich den Methoden der modernen Kunst. Das spannende Menü startete mit einem Cocktail mit Nitrocaipirinha und einem sphärisiertes Spargel-Raviolo mit Pfefferminzsalat. Anschliessend folgte Melonenkaviar und Meeresschaum mit Jakobsmuscheln und Wasabi. Mit Fisch gings dann gleich weiter: Kabeljau mit heissem Sambuccagelee und Kartoffelspinatpüree. Als Hauptgänge erwartete uns ein Grillspiess von sieben Gemüsen mit Holzkohleöl und ein 50 Grad Rindsfilet mit Rosmarin Smoke und Pastinaken. Danach folgte weisser Knoblauch und ein Erdbeervulcan mit Ginfrüchten. Der Anlass war für unsere Küchenmannschaft sehr aufwendig, deswegen konnten auch nur 50 Personen bedient werden. Das Publikum war enorm begeistert und von den vielen neuen Eindrücken sehr beglückt.